Gedenken an Rosmarie Burger 1959-2010
Feb 8th, 2010 | By Christian Buder | Category: Les Marges - Randnotizen
Liebe Rosi,
du bist zu früh von uns gegangen. Du fehlst uns. Doch du bist nicht gegangen, ohne Spuren zu hinterlassen. Du hast gelebt, bis zum Schluss und hast das Leben genossen, selbst als du schon wusstest, dass dir nicht mehr viel Zeit bleiben wird.
“Ich habe immer gelebt wie ich wollte und ich habe gemacht, was ich wollte”, hast du mir einmal gesagt. Ein Leben für die Kunst. Dein Leben und deine Kunst gingen Hand in Hand. Wer dich kannte, hat dich bewundert und geliebt. Dein Werk, es spricht nun für sich und zu uns.
Lebe so als ob es der letzte Moment deines Lebens wäre – so hast du gelebt. Jetzt bist du fort und wir sind hier. Wir sind hier, am Fuße des Berges, an dessen Hang du gewachsen bist. “Eine Blume des Berges”, das seist du, hast du mir gesagt. Ich fand die Zeilen, die dir so in die Seele sprachen. In seinem Ulysses hat James Joyce zu dir gesprochen, so wie du immer zu all denen sprechen wirst, die dich im Herzen behalten.
“…ja er sagte ich wäre eine Blume des Berges ja das sind wir alle Blumen ein Frauenkörper ja da hat er wirklich mal was Wahres gesagt in seinem Leben und die Sonne die scheint für dich allein heute ja deswegen hab ich ihn auch gemocht weil ich gesehn hab er versteht oder kann nachfühlen was eine Frau ist und ich hab auch gewußt ich kann ihn immer um den Finger wickeln und da hab ich ihm die ganze Lust gegeben die ich konnte und hab ihn so weit gebracht daß er mich gebeten hat ja zu sagen und zuerst hab ich gar keine Antwort gegeben hab bloß so rausgeschaut aufs Merr und über den Himmel…” (aus James Joyce, Ulysses, Suhrkamp 1996, S. 986).