Köhlers Kriegstrommeln – Krieg für freie Märkte

Mai 30th, 2010 | By Christian Buder | Category: Krieg & Gewalt, Politometer

“I said that a solution to the problems right now, I told Bush, is a Marshall Plan. And he grew angry. He said the Marshall Plan is a crazy idea of the Democrats. He said the best way to revitalize the economy is war. And that the United States has grown stronger with war.”
Naomi Klein bezeichnete den Kapitalismus wie er heute aggressiv sowohl innen- als auch außenpolitisch betrieben wird als Kriegsmaschine. Der Krieg ist die Lösung aller Dinge. Aller “ökonomischen” Probleme. Dies glaubte zumindestens G.W. Bush. Der frühere Präsident Argentiniens Nestor Kirchner bestätigt diese These in einem Interview mit Oliver Stone. Krieg, um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Krieg für freien Handel, formulierte es H. Köhler, der Bundespräsident in Deutschland. Nach dem zweiten Weltkrieg rückte man die Legitimation für einen Krieg in den Schatten der Ausnahmesituation. Verteidigungsfall. Der Begriff der Verteidigung wurde nun ausgedehnt. Köhler sagt damit: wer Lust am Wohlstand hat, hat Lust auf Krieg. Und kriegerisch gibt er sich. Bei seinem letzten Besuch in Afghanistan befragte er deutsche Soldaten, was sie von dem Krieg halten und erhielt keine Antwort. Als er einen amerikanischen Offizier fragte, meinte dieser, dass “wir dies gewinnen können”. Köhler dann zu den deutschen Soldaten: “Warum höre ich dies nicht von Ihnen.” Was erwartete Köhler von den deutschen Soldaten? Ein stechendes “Sieg”. Die politisch korrekte Version von “Sieg Heil”. Aber dies darf man nicht laut sagen. Nur “Sieg” sollen sie brüllen und sterben sollen sie. Fürs “Vaterland” wieder. Nicht um es zu verteidigen, sondern um Märkte zu befreien. Freie Märkte sind das Glück der Zivilisationen lautet das Dogma. Der Philosoph Fukuyama behauptete schon, dass freie Märkte freie Menschen zur Folge hätten. Freihandel und Freiheit des Individuums sollen in einem wechselseitigen Verhältnis stehen. Eine Behauptung, die empirisch gar nicht haltbar ist und auch theoretisch verkümmert ist. (Siehe Beitrag: http://www.christianbuder.de/wirtschaftskrise-klimakatastrophe-klimaschwindel/).
In einem Punkt hat Köhler recht: ein Land, das seinen Wohlstand einer aggressiven Außenhandelspolitik verdankt, muss auch bereit sein, seine wirtschaftliche Interessen mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Köhler unterscheidet sich hier in nichts von frühreren Kolonialherren. Auch diese setzten mit brachialer Gewalt ihre Interessen in dem kolonialisierten Land durch. Aber was ist das für ein Freihandel, wenn in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen steht: “Sie akzeptieren unsere Bedingungen oder sie werden getötet.”
Köhler stimmt Deutschland wieder auf kriegerische Töne ein und damit auch eine neue Debatte über die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik.

Anbei das Interview zwischen Oliver Stone und Nestor Kirchner:



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One comment
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  1. Nun hat sich das Problem Köhler ja erledigt. Ist auch noch beleidigt, weil er kritisiert wird.
    Welch ein Demokratieverständnis.

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